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Besichtigung am 15.11.2018 in Gaildorf: Windräder mit Wasserspeicher

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt starteten 10 Interessierte aus Ditzingen, Gerlingen und Leonberg zu einer besonderen Besichtigung: Windräder mit Wasserspeicher, sog. Hybrid-Windräder.

Vor Ort kam dann noch eine tief hängende Wolkendecke dazu, so dass man die Spitzen der Windräder nicht mehr sehen konnte. Trotzdem waren die gigantischen Ausmaße gut zu erkennen und das Funktionsprinzip wurde uns und den weiteren Besuchern vom zuständigen Bauleiter umfangreich und verständlich erklärt.

Das Prinzip:

In Zeiten, in denen der Wind kräftig bläst, wird häufig ein Überschuss an erneuerbarer Energie erzeugt, der nicht ins öffentliche Netz eingespeist und auch nicht gespeichert werden kann. Stattdessen wird die Energieproduktion gedrosselt und die Windkrafträder werden abgeschaltet. Beim Pilotprojekt in Gaildorf dagegen wird der Strom in den Oberbecken zwischengespeichert.

Mit dem Pilotprojekt in Gaildorf, unweit von Stuttgart, wird sichtbar, wie die Wasserbatterie in Zukunft funktionieren wird. Hierfür werden die Fundamente der Windenergieanlagen als Oberbecken genutzt. Über unterirdische Druckrohrleitungen sind diese mit einem Pumpspeicherkraftwerk im Tal verbunden, das bis zu 16 Megawatt Leistung liefern kann. Die elektrische Speicherkapazität des Kraftwerks ist auf insgesamt 70 Megawattstunden ausgelegt.

Ein paar Daten:

Auf den Höhen um Gaildorf stehen 4 Windräder auf einem 60 Meter hohen Sockel, der zusammen mit dem darunter befindlichen offenen Becken als Wasserspeicher dient. Im Tal direkt in der Kochertalsenke entsteht ein Unterbecken, das mit den stromerzeugenden Generatoren verbunden ist. Das gesamte System ist ein Naturstromspeicher, denn die Energie für den Rücktransport des Wassers in die oberen Speicherbecken ist ausschließlich regenerativ.

Technik:

  • Leistung Windräder GE: je 3,4 MW,
  • Nabenhöhe Windräder: 178 m + 40 m Betonsockel,
  • Gesamtleistung der 3 Turbinen im Pumpspeicherkraftwerk: 16 MW,
  • Zweck der Speicherung: Abbau von Stromspitzen,
  • Umschaltung Betrieb Turbine-Pumpe: 30 Sekunden,
  • die Gesamtanlage ist grundlastfähig,
  • Wasserrohre aus PE mit einem Durchmesser von 2m, 1,6 m bzw. 1,2 m.

Kosten:

Sie belaufen sich auf rund 90 Mio Euro, der Bund hat einen Zuschuss in Höhe von 7,5 Mio Euro zugesagt.

Nähere Infos erhalten Sie unter https://www.mbrenewables.com/. 

Gaildorf1

Der Bauleiter erklärt vor Ort, wie das Gesamtsystem funktioniert.

Gaildorf2

Die Spitzen der Windräder ragen in die Wolken. Gut zu erkennen ist der 60 Meter hohe Sockel als Teil des oberen Wasserspeichers. Die Windräder erzeugen bereits regenerativen Strom, der ins Netz eingespeist wird.

Gaildorf3

Das im Bau befindliche Unterbecken mit Verbindung zum Kocher. Es soll im Lauf des Jahres 2019 mit Wasser aus dem Kocher befüllt werden. Dann kann die Gesamtanlage in Betrieb gehen.